Regional, filigran, international — der September/Oktober-„altlandkreis“

Gedrechselte Hohlgefäße aus Holz mit derart dünnen Wänden, dass sogar Licht durchstrahlt? Dahinter steckt harte Arbeit und verdammt viel Tüftlerei über viele Jahre hinweg, gepaart mit Auge fürs Detail, herausragender Technik und extrem viel Gefühl im Umgang mit Werkzeug und Material. Ernst Gamperl heißt dieser außergewöhnliche Drechslermeister, geboren in München, aufgewachsen in Steingaden, sesshaft geworden am Gardasee und seit einigen Jahren wieder zurück im Altlandkreis. Sein Kunsthandwerk wurde jüngst mit dem höchstdotierten Preis ausgezeichnet. Wo es seine Werke zu kaufen gibt? Über Galeristen in den größten und renommiertesten Städten dieser Welt, unter anderem in München, Hamburg, London, Tokio, Hong Kong und Seoul. Umso dankbarer waren wir, als uns Ernst Gamperl tatsächlich das Tor zu seinem Anwesen – irgendwo zwischen Peiting und Steingaden – aufgemacht hat.

Künstler einerseits, Kämpfer und Revoluzzer andererseits, war und ist Charly Walter aus Schongau. Weil er die Malerei nicht lassen kann, lädt er Ende September mal wieder ins Ballenhaus, um dort seine neuesten und schönsten Bilder in Acryl und Aquarell auszustellen. Zu diesem Anlass haben wir den inzwischen 75-Jährigen auf die Rote Couch gebeten, woraus ein sehr emotionales Interview wurde. Es ging um harte Arbeit bei Hoerbiger, um „Jugend forscht“, um in der Öffentlichkeit verpönte Tanz- und Musikveranstaltungen, um nervenaufreibende Maler-Reisen und die schmerzliche Frage: „Warum ausgerechnet ich?“

Über den Sinn des Lebens macht sich auch Bayram Onat regelmäßig Gedanken. Dabei hat er seine Bestimmung längst gefunden: Döner kreieren und servieren. Vom sechsjährigen Erstklässler über Unternehmer bis zur 80-jährigen Oma – sie alle kommen regelmäßig bei ihm vorbei, um zu Mittag oder Abend das wohl gesündeste und schmackhafteste Fast-Food im Altlandkreis mitzunehmen. Wir haben mit dem früheren Hochland-Mitarbeiter nicht nur über Inhalt und Entwicklung der „türkischen Leberkässemmel“ im Schongauer Altlandkreis gesprochen. Apropos Entwicklung: Die Anzahl der Dönerläden im Schongauer Land ist relativ überschaubar, während es Friseursalons an beinahe jeder Ecke gibt. Das trifft zumindest auf die Schongauer Altstadt zu, wo sich die etablierten Friseurinnen wie beispielsweise Gaby Settele selbst verwundert die Augen reiben und sich in Sachen Angebot und Nachfrage fragen: Wie kann das funktionieren?

Letztere Frage bekommen die Ausbilder hiesiger Betriebe sehr häufig gestellt. Allen voran ab Montag, 3. September, wenn für viele Schulabgänger der sogenannte Ernst des Lebens beginnt. Passend zum Ausbildungsstart stellen wir mit Säcklerei und Kirchenmalerei zwei sehr seltene Lehrberufe vor. Außerdem durften wir ausführlich eine junge, kompetente Försterin über die Bedeutung des Waldes für Mensch, Tier und Klima befragen. Dass es zunehmend heißer wird, spielt hierbei eine ganz gewichtige Rolle. Ausreichend trinken, den neuen „altlandkreis“ lesen und beim Heimaträtsel mitmachen, rät an dieser Stelle,

Ihr „altlandkreis“-Team

Online können Sie dies Ausgabe im Übrigen gleich hier durchblättern.

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